Die Geschichte von Oberschmeien

Der zum 1.2.1972 eingemeindete Ort liegt in 610 m Höhe im unteren Schmeiental.Oberschmeien ist heute vor allem eine Wohngemeinde mit hoher Auspendlerqoute. Der Ortskern liegt am linken Schmeienufer, darüber ist ein Neubaugebiet entstanden. Im Zuge des Dorfentwicklungsprogramms (1990-95) wurde die Ortsdurchfahrt neu gestaltet sowie das Schul- und Rathaus saniert. Das rege Vereinsleben hat 1989 mit der Schmeientalhalle einen angemessenen Mittelpunkt erhalten.

von 1334 - 1346

Der Platz war schon in alemanischer Zeit besiedelt. Drei Gräber wurden gefunden, die auf Grund der Bronzebeigaben in die 2. Hälfte des 7. Jahrhunderts datiert worden sind. Im späten Mittelalter gehörte das Schmeiental zur Grafschaft Hohenberg. Eine Burg Schmeien (Smyehen) wird 1334 erstmals genannt, bei der ein Dorf Schmiehen lag, das Graf Heinrich von Hohenberg 1339 an die Ritter von Jungingen verkaufte. Die Lehensrechte verblieben jedoch bei den Hohenbergern bzw. nach dem Verkauf der Grafschaft an die Habsburger 1381 bei diesen. Nachdem die Herren von Jungingen 1342 auch die Burg und die Mühle zu Smiechen gekauft hatten, verkauften sie den gesamten Besitz 1346 schon wieder an die Herren von Oberstetten. Damals erscheint erstmals die Bezeichnung "die Obron Schmiechen", d. h. Oberschmeien. Über die Herren von Hausen und von Stuben kam der Ort an die Herren von Reisach, die in ihrer Herrschaft Jungnau zuschlugen. 

von 1418 - 1497

1418 erwarben die Grafen von Werdenberg den Ort, die von Reisach behielten dort jedoch noch Besitz. In die häufigen Besitzwechsel nicht einbezogen war die Burg Schmeien. Sie blieb im Besitz der Herren von Hausen. 1461 bzw. 1497 wird sie als Burgstall, d. h. als Ruine, bezeichnet. Reste der Burg sind 500 m nördlich von Unterschmeien auf einem 630 m hohen Felsen links über der Schmeie zu finden.

von 1534 - 1897

Nach dem Aussterben der Grafen von Werdenberg 1534 fiel der Ort als allodialer Besitz an die Grafen von Fürstenberg. 1806 kam er unter die Souveränität der Fürsten von Hohenzollern-Sigmaringen. Nach Aufhebung des fürstenbergischen Obervogteiamts Jungnau im Jahre 1840 kam der Ort zum Oberamt Strassberg, 1854 zum Oberamt Sigmaringen.Auf der Gemarkung liegt der Mitte des 19. Jahrhunderts erbaute Hof Hohenrain. Nachdem Fürst Karl Anton von Hohenzollern auf dem benachbarten 780 m hohen Aussichtspunkt 1881 ein Blockhaus erbaut hatte, wurde der Bereich seit 1897 als Fürstenhöhe bezeichnet. Sie zählt zu den schönsten Aussichtspunkten im Albgebiet.       

                                                                                        

 Oberschmeien gehört heute zur 
 Pfarrei Sigmaringen. Der Chor und der
 Turm der dem hl. Georg geweihten
 Kapelle stammen wahrscheinlich noch
 aus dem 14. Jahrhundert. Das Kirchschiff
 wurde 1787 neu gebaut. Bei diesen Um-
 und Neubauten wurden Material und 
 Ausstattungsgegenstände der
 abgebrochenen Sebastianskapelle in 
 Sigmaringen verwendet. Die Sakristei und
 das Glockenhaus oberhalb der Firstlinie
 entstanden im 19. Jahrhundert.
 Die das Altarblatt (hl. Georg)
 umgebenden 15 Rundbilder stellen die   
 Rosenkranzgeheimnisse dar und sind
 von Meinrad von Ow und seinen Schülern
 um 1750/60 gemalt worden. Die Bilder
 kommen wohl aus der Pfarrkirche in
 Sigmaringen. Die Plastiken neben dem
 Altar (hl. Petrus, hl. Paulus) werden auf
 die Zeit um 1500 datiert. An der Nordwand
 des Chors befindet sich ein Altarflügel,
 der die Stigmatisation des hl. Franziskus
 darstellt. Die Tafel wird Jakob Strüb aus
 Veringenstadt (um 1505-20)
 zugeschrieben. Sie stammt
 wahrscheinlich aus dem Kloster oder der
 Pfarrkirche in Laiz. Mehrere Gemälde hat
 der Maler Fidelis Wetz aus Sigmaringen
 gemalt.
 Die Kirche ist in den 90er Jahren
 restauriert und mit einer neuen Orgel
 ausgestattet worden.

 Barockkirche St.Georg