Ortsporträt Unterschmeien

Lage 

 

Im wunderschönen unteren Schmeiental zeigt sich der Ortsteil Unterschmeien als attraktive Wohngemeinde. Erholungssuchende können hier die Idylle der Natur erleben und genießen.
Es verdient Erwähnung, dass die Auseinandersetzungen um die Verschmutzung der Schmeie, die in den 70er Jahren besonders heftig waren inzwischen der Vergangenheit angehören. Die Schmeie wurde 1996 offiziell wieder für sauber erklärt.
Der ländliche Charakter ist nur noch scheinbar. Es gibt hier keinen landwirtschaftlichen Betrieb mehr. Bis Ende der sechziger Jahre waren es noch 16 Betriebe, vorwiegend im Nebenerwerb.

                                 
 

Chronik:

 
 

1334 wird die Burg erstmals als hohenbergischer Besitz genannt und 1461 als Burgstall bezeichnet. Im Jahre 1339 verkaufte Graf Heinrich von Hohenberg seine Burg zu Schmeien an Burkard und Johannes von Jungingen. Die Burg zeigt heute nur noch schwache Spuren 500 m nördlich des Ortes in 630 m Höhe auf einem Felsen links über der Schmeie.
Die Siedlung spaltete sich um 1340 von dem bei der Burg Schmeien gelegenen gleichnamigen Dorf ab. 1385 wird sie erstmals als >Unter Smiche das Dorf< bezeichnet. Die Grafen von Hohenberg vergaben den Ort als Lehen an die Herren von Jungingen, dann an die von Reischach. Letztere verkauften ihn 1418 an die Grafen von Werdenberg. Als Teil der Herrschaft Jungingen gelangte der Ort nach dem Aussterben der Werdenberger 1534 an die Grafen von Fürstenberg. 1806 erlangten die Fürsten von Hohenzollern-Sigmaringen die Souveränität über Unterschmeien. Nach der Aufhebung des fürstenbergischen Patrimonialobervogteiamts Jungnau 1840 kam der Ort zum fürstlichen und preußischen Oberamt Strassberg, 1854 zum Oberamt Sigmaringen. Zum 1.1.1972 beschloss der Gemeinderat von Unterschmeien die freiwillige Eingemeindung zur Stadt Sigmaringen.
Die erste Nennung von Unterschmeien ist festgehalten im fürstenbergischen Urkundenbuch Band 6 und hat folgenden Wortlaut:
1385 Gutentag vor St. Gallentag, also am 9. Oktober, empfängt Cunz von Rischach Graf Rudolf von Hohenberg Schiltow die Feste und alle Güter, die von Schiltow den von Jungingen verkauf haben und Under-Schmiche das Dorf zu rechten Lehen.

(Das Original siegelte der Aussteller und ist im Staatsarchiv von Sigmaringen.)

 

Bevölkerungverhältnisse:

 

Aufzeichnungen in dem Buch „Hohenzollerische Denkmäler“ ist aufgeführt: Unterschmeien, ein Dorf mit 108 Einwohner und 457 ha Markung, in 600 m Höhe im unteren Schmeiental

1624 – 1796

1624 hatte Unterschmeien 9 Haushaltungen mit 36 Personen

1632 stieg es auf 9 Haushaltungen mit 40 Personen an. 1636 ging es infolge Pest, Seuchen und Hungersnöten auf 7 Haushaltungen mit 31. Einwohner zurück. 1645 ging auf 3 Haushaltungen mit 13 Einwohner zurück.

Nach Ende des 30. jährigen Krieges stieg die Zahl der Haushaltungen wieder 5 mit 22 Einwohner. Innerhalb von 100 Jahren um das 3 fache.

 
167130 Einwohner
170735 Einwohner (9 Kinder, 23 Erwachsene und 3 Pfründer)
177789 Einwohner (43 Kinder, 39 Erwachsene und 7 Pfründer)
178194 Einwohner (49 Kinder, 43 Erwachsene und 2 Pfründer)
 

... weitere Statistik

 
1871      =96 Einwohner  
1881      =     121Einwohner33 Gebäude, Viehbestand: 11 Pferde, 108 Rinder, 
                       29  Schweine, 5 Ziegen,
                       30 Bienenstöcke
1950      =135Einwohner  
1972      =125Einwohner  
1981      =137Einwohner  
2007      =263Einwohner  
 

Wappen von Unterschmeien:
 

 

In geteiltem Schild oben in schwarz ein silberner Wellenbalken, unten in Silber eine dreilatzige schwarze Fahne.
Der Wellenbalken deutet auf die Schmeien und macht das Wappen "redend". Die Fahne erinnert an die Herrschaft der Grafen von Werdenberg über den Ort 1418 - 1534.
(Verleihung am 28. Januar 1040 durch das Innenministerium Württemberg - Hohenzollern Nr. IV 3012/B/13)