HEIMATMUSEUM "RUNDER TURM"

Der "Runde Turm" entstand im Zuge der ersten Stadterweiterung als Wehrturm der alten Stadtbefestigung. Im Dreißigjährigen Krieg wurde er zerstört und nach dem Wiederaufbau als Wohnturm genutzt. Die Wappen an der Fassade weisen auf die früheren Stadtherren Sigmaringens hin.

Im Erdgeschoss des Museums werden wechslende Ausstellungen gezeigt, die der Heimatverein Sigmaringen e.V. initiiert und betreut, der auch für den Betrieb des Museums veantwortlich ist.

Das erste Obergeschoss ist der Stadtentwicklung gewidmet. Alte und neue Stadtpläne dokumentieren die baulichen Veränderungen, die Sigmaringen durch die Verlegung des alten Laufs der Donau und die Begradigung des Flusses sowie den Bau der Umgehungsstraße, durch die das Hochwasser besiegt werden konnte, erfahren hat. Weitere Exponate verweisen auf das Alltagsleben in der Stadt, wie etwa alte Zunftladen oder die Vereinsfahne des Gesangsvereins "Frohsinn".

Im Treppenhaus erinnern Fotografien an historische Ereignisse wie die Einweihung des Rathauses und des Karl-Anton-Denkmals. Hier befinden sich auch die Schilder "Koenigreich Preussen Hohenzollernsche Lande" und "Preussisches Standesamt", die aus der Zeit stammen, als Hohenzollern zwischen 1849 und 1945 als "Hohenzollernsche Lande" zu Preußen gehörte.

Im Zweiten Stockwerk sind Originalgemälde von Sigmaringer Künstlern wie Richard Lauchert (1823-1868) und Gustav Bregenzer (1850-1919) zu sehen. In einer Vitrine wird an Hand von Büchern, Zeitungsausschnitten, Korrespondenz und anderen Exponaten das Leben und Werk des aus Sigmaringen stammenden Arztes und Forschers Theodor Bilharz (1825-1962) dokumenitert, der den Erreger der nach ihm benannten "Bilharziose" (Blutharnruhr) entdeckte. Gezeigt wird auch eine pächtige Schmuckkassette aus massivem Silber und Gold, die der Sigmaringer Hofjuwelier Gustav Zimmerer in mühsamer Kleinarbeit für König Carol von Rumänien, den Sohn des Fürsten Karl Anton von Hohenzollern schuf. Sie war ein Geschenk für Carols Gemahlin, Prinzessin Elisabeth zu Wied, die als Literatin unter dem Künstlernamen Carmen Sylvia berühmt wurde. Zimmerers Enkel, der Goldschmied und Juwelier Georg Zimmerer, initiierte die Museumsgründung im Runden Turm". Er errichtete eine Stiftung für kulturelle Zwecke, erwab den als Wohnraum genutzten Turm, ließ ihn für Museumszwecke umbauen und vermachte ihn der Stadt. Für seine Verdienste um die Stadt Sigmaringen wurde ihm 1968 die Ehrenbürgerwürde verliehen und eine Straße nach ihm benannt.

Heimatmuseum "Runder Turm", Antonstraße 22, 72488 Sigmaringen

Öffnungszeiten:
samstags, sonntags und an Feiertagen: von 14 bis 17 Uhr

Von Juli bis Oktober jeweils mittwochs von 14 bis 17 Uhr

Der Eintritt ist frei. Führung nach Vereinbarung. Kein barrierefreier Zugang.